Über mich...

Das Raubtier lebt…

…als die Angst vor dem Morgen. Vor dem Aufstehen und dem Tag.

…als die Angst vor den anderen, den lauten und leisen Worten.

…als die Angst vor den Menschen um mich herum.

 

…als das Wissen, dass ich keine Angst zu haben brauche.

 

…als Wut in mir drin und Leidenschaft.

 

…als mich begleitender Freund.

…als mich zerstörende Kraft.

 

Ich bin das Raubtier und seine Zähne und Krallen gehören mir. Wenn das Raubtier brüllt, brülle auch ich. Ich bin ein stolzer Löwe und ein gefangener Panther. Meine Krallen wetze ich an mir selbst. Meine Zähne fassen zu oft ins Nichts.

 

Dennoch bin ich stark und stolz. Meine geheime Kraft ist die Liebe, die auch ein Raubtier ist.

 

Als Raubtier will ich meinen Käfig niederreißen.

Als Raubtier will ich meine Jungen beschützen.

Als Raubtier will ich brüllen, wenn ich mich wehren muss.

 

Gott gebe mir die Kraft dafür.

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Warum wir manchmal leben müssen

Warum wir manchmal leben müssen,
frag ich mich
Mein Blick streift

den See
den Berg
den Schnee

Dann möchte ich das Leben küssen
es umarmen
und gehen.

Wohin?

Dort, wo

der See
der Berg
der Schnee

verschwindet.

Und Dunkelheit aus allen Ecken strömt.
Vernichtende Dunkelheit.

In der Freude liegt der Schmerz.
Im Schmerz das Vergessen.

Doch der Rest bleibt.

der See.
der Berg.
der Schnee.

Und dann werde ich das Leben küssen.
Um Vergebung bitten
Und mich fragen
Warum wir manchmal leben müssen.

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„Fürchte dich nicht“

Angst und Nervosität am Morgen. Wollte nicht aufstehen und rausgehen. Rausgehen heißt, sich den Blicken und Geräuschen der Welt aussetzen zu müssen. Draußen muss ich präsent sein und stark. Oh Himmel! Ich fühle mich wie ein schwachgefüllter Luftballon, der unter den Nadeln der Welt zwar nicht platzt, aber schrumpelt und schrumpft. Ein Fehler von mir und der Tag ist für mich gelaufen, dabei hat niemand meinen Fehler gesehen oder erkannt. Trotzdem fühle ich mich wie ausgestellt. Von allem bedroht und hohl.

Und im nächsten Augenblick bin ich fröhlich, tatkräftig, munter und fühle mich schön und stark. Die Welt gehört mir und ich bin in ihr geborgen und mit ihr verbunden. Dann Stille. Trauer. Angst. Und alles im Wechsel. Wut und Überdruss. Und dann plötzlich wieder Tatendrang, Motivation, Freude und Begeisterung.

Wie lange hält das an? Diesmal eine Stunde, zwei? Einen ganzen Tag lang oder doch nur wenige Minuten? Dass das Glück zerbrechlich ist, wissen wir. Das Glücksgefühl ist es übrigens auch. Ein Verräter, der bald wieder verschwindet und eine Spur von Leere hinterlässt.

Ich will aufschreien! Aufbrausen und fangen, was sich halten lässt. Ich will im Sturm tanzen zum Rhythmus des Weltgeschehens; meine Arme ausbreiten und alle Trauer in ihnen wegtrösten. Die Wunden küssen und Narben durch die Wärme, die doch ganz tief in uns allen liegt, heilen. Die Tränen aller Menschen in Kristalle verwandeln und leben. Leben. Leben. Leben! Atmen, ohne dass es schmerzt und lieben, wo es nur geht.

Dafür muss ich meine Ängste überwinden. Stark sein. Und mutig. Ich muss den Löwen in mir brüllen lassen und zuhören, wenn mir gesagt wird: „Fürchte dich nicht!“. Im Advent auf genau diese Worte vertrauen, sie in mein Leben lassen und mich durch sie wieder leben lassen. „Fürchte dich nicht! Vertraue mir“. Dann ist heiles – heiliges – Leben nicht mehr fern.

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Zum Advent…

Das ist obligatorisch. Natürlich muss ich über den Advent schreiben. Überall ist Advent und eigentlich doch nicht wirklich. Was ist Advent?

Adventus – Ankunft. Ganz einfach. Eigentlich…

Gott will bei uns ankommen. Und wir bereiten uns darauf vor. Vier Wochen lang.

In diesen vier Wochen soll sich unsere Sehnsucht steigern und unsere Erwartung wachsen. Er-WARTUNG. Ja, wir sollen warten und hoffen und hinblicken, auf den, der da kommen wird. Und dass er kommen wird, hat er doch schon bewiesen. Denn, wenn wir Weihnachten feiern, feiern wir ja nicht nur ein Ereignis in der Vergangenheit. Weihnachten ist die Ankunft Gottes in der Welt und damit ist Weihnachten auch das Versprechen Gottes, wieder zukommen. Weihnachten umfasst damit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ist ein Wunder, das jeden Tag in unserem Leben geschehen kann.

Im Advent sollen wir uns wieder daran erinnern. Er beginnt in der Dunkelheit und ganz langsam wird es hell: Erst brennt nur eine Kerze, dann zwei, dann drei, dann vier – und an Weihnachten brennen alle Lichter in den Häusern und vielleicht auch in den Herzen.

Damit steht der Weihnachtsfestkreis symbolisch für das christliche Leben: Das Wissen um die Wiederkunft Gottes, die Hoffnung auf Heil und das Erwarten dessen in Wachsamkeit.

In dem Sinne: Lasst uns aufwachen und beginnen, uns nach IHM, der uns am Ende alle retten wird, zu sehnen.

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